Liebe Gemeinde,
nach zwei Jahren darf ich wieder zu Ihnen nach Mexiko-Stadt und in die deutsche Gemeinde St. Thomas Morus zurückkehren. Es ist schon eine besondere Situation, wenn ein Priester in eine Gemeinde zurückkehren darf, die er bereits kennt. Das kommt sicher nicht so häufig vor. Denn mit diesem Ort verbinden mich viele Menschen, viele Begegnungen und viele schöne Erinnerungen. Vieles ist vertraut – und doch wird vieles auch neu sein. Ich werde bekannte Gesichter wiedersehen, aber auch Menschen kennenlernen, denen ich bisher noch nicht begegnet bin. Das empfinde ich als ein großes Geschenk: Ich muss nicht ganz von vorne anfangen.
Ich komme aber auch bereichert und verändert aus Puebla zurück. Diese Zeit am Fuße der Vulkane war für mich eine intensive und erfüllte Zeit. Ich durfte mich dort mit großer Freude in verschiedenen mexikanischen Gemeinden mit meinem priesterlichen Dienst einbringen. In den vielen Gottesdiensten, Hochzeiten, Taufen und Fünfzehnjahrfeiern durfte ich erfahren, wie Gott im Leben der Menschen handelt – manchmal still und unbemerkt, doch immer treu und beständig. Voll Staunen und Ehrfurcht können wir Priester manchmal sehen, wie Gott seine Geschichte mit jedem einzelnen schreibt.
Es gab Zeiten, an denen die vielen Gottesdienste und Beichtgespräche bis an die Grenzen der eigenen Kräfte gingen. Aber auf der anderen Seite fällt es leicht sich zu motivieren, wenn man sieht, wie ernst Menschen ihren Glauben nehmen und für jede Hilfe auf ihrem Glaubensweg dankbar sind.
Vielleicht können wir als Gemeinde diesen Neuanfang nutzen, wieder mit Vertrauen und Mut die immer neuen Anfänge in unserem Leben anzunehmen! Ich freue mich darauf, mit ihnen gemeinsam diesen Weg weiterzugehen. Möge Gott unsere Gemeinde begleiten, möge er uns im Glauben zusammenführen und uns seine Freude schenken!
Ich freue mich, wieder bei Ihnen zu sein.
Mathias Faustmann