Kuriose Votivgaben und besondere Marienverehrung in Mexiko

von DEKAN JOHANN AMMER / Bistum Regensburg

Am Donnerstag, den 31. August 2017 wartete ein weiterer Höhepunkt auf die Pilger der Gruppe um Bischof Rudolf Voderholzer. Die Fahrt führte zunächst in die Bischofsstadt San Juan de los Lagos. Mehrere Millionen Menschen besuchen jährlich die Kathedrale. Und es ging zum berühmten Wallfahrtsort Zapopan, wo das Kloster und die Basilika Nuestra Señora de la Expectación besucht wurden.

Dekan Johann Ammer ist auf der Pilgerreise mit von der Partie. Wie er seine Eindrücke von San Juan de los Lagos und Zapopan beschreibt, lesen Sie hier.

Der Besuch in der Basilika von San Juan de los Lagos führte uns zu einem Ort der besonderen Verehrung der Gottesmutter. Und zu den Räumen, in denen Votivgaben zur dankbaren Erhörung aufbewahrt sind. Unter anderem – für uns eher kurios – Fahrräder. Da wir täglich den Verkehr in Mexiko erleben können wir dies nachvollziehen.

Den Gottesdienst feierten wir in jener Kirche, die am Ort der wundersamen Zurückführung vom Tod ins Leben des kleinen Schaustellermädchens errichtet wurde, das bei einer öffentlichen Aufführung tödlich verunglückte und durch das Auflegen der Muttergottesfigur eben wieder ins Leben kam.

Bischof Rudolf ging in seiner Predigt auf die Sätze aus dem Propheten Jesaja 66,1-2 ein und griff die Frage auf: „Wo wohnt Gott?“ Könnten wir ihm, der aller Schöpfung Herr ist, ein anderes Haus bereiten als uns selbst? „Achten wir also darauf, dass wir eine gute Wohnung Gottes sind“, so Bischof Voderholzer.

Der Nachmittag stand unter dem Zeichen der Begegnung mit Franziskaner Brüdern des Konventes von Zapopan und natürlich mit dem Gnadenbild der Muttergottes von Zapopan. Ich durfte die Begegnung übersetzen und wir erfuhren, dass der Konvent seit 200 Jahren existiert, allerdings schon eine frühere Gründung hatte, von der aus die Missionare in den Norden Mexikos gingen. Der Konvent beherbergt eine kleine philosophisch-theologische Hochschule. Unter der Führung von Hno. Carlos wurden wir in den Konvent eingelassen. Und wurde der Raum der Verabschiedung verstorbener Mitbrüder, der Speiseraum, die Innenhöfe und natürlich die Basilika mit dem Gnadenbild gezeigt.

Wir erfuhren, dass derzeit 70 Franziskaner im Konvent leben und davon 35 Studenten. Die Franziskaner bringen sich in die Pastoral der Diözese ein und leiten die Gottesdienste und Feiern der Basilika. Zudem leiten sie eine Mission im Norden Mexikos. Wir durften den Raum sehen, in dem hinter einer zugemauerten Nische während des Religionskrieges der 1920er Jahre das Gnadenbild versteckt wurde, um es vor Diebstahl und Zerstörung zu schützen. Die Begegnung war ein Höhepunkt, da es Hno. Carlos durch seine mitreißende Art verstand, die Teilnehmer zu begeistern. Zudem war es dem Konvent eine große Ehre, dass Bischof Rudolf ihm einen Besuch abstattete. Das persönliche Gebet vor dem Gnadenaltar der Basilika während einer Rosenkranzandacht der Gläubigen aus der Umgebung war ein tiefer und bewegender Abschluss.

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