Kindertaufe in St. Thomas Morus

Am morgigen Sonntag, 12. Februar um 10.30 Uhr haben wir die große Freude, zwei Kinder durch das Sakrament der Taufe in das neue Leben in Gott aufnehmen zu können. Für die Eltern ist die Geburt eines Kindes eine unbeschreibliche, neue Erfahrung. Sie fühlen sich reich beschenkt und wollen zusammen mit ihrer ganzen Familie Gott Danke sagen für das Geschenk des Lebens. Sie spüren sehr genau, dass dieses Kind nicht ihr „Produkt“ ist, sondern dass sie in ihrem Kind einen neuen Menschen vor sich haben, der seinen Ursprung in Gott hat. Niemand wird geboren ohne den Willen Gottes und seien die Umstände seiner Geburt vielleicht auch noch so überraschend oder sogar ungünstig.

Außerdem erbitten die Eltern für Ihr Kind den Glauben, der ein Geschenk Gottes ist. Mit Hilfe des Glaubens ist ein Mensch in der Lage, sich Gott zu nähern, ihn zu erkennen, ihn zu hören und in einer lebenslangen Freundschaft mit ihm zu leben. Freilich muß das Geschenk des Glaubens gepflegt und dem Alter der Kinder entsprechend entwickelt werden. Wie bei jeder zwischenmenschlichen Beziehung gibt es auch in unserem Verhältnis zu Gott Auf und Ab, Nähe und Distanz, Entwicklung und Rückschritt.

Die Christen sind davon überzeugt, dass fast alles im menschlichen Leben von einer echten, authentischen Freundschaft mit Gott abhängt. Ohne diese lebendige Beziehung wissen wir Menschen nur schwer, wer wir sind, woher wir kommen, wozu wir da sind, was unser Platz im Leben ist und ob unser Leben überhaupt einen übergreifenden Sinn hat. Der Umgang mit eigener Schuld kann ohne Gott zu einem echten Problem werden und Gläubige Menschen verfügen über eine echte Quelle von Inspirationen. Erst die Beziehung zu Gott verleiht der Seele eines Menschen Tiefgang. Er sieht sich gestellt vor einen anspruchsvollen Weg, seine Persönlichkeit zu entfalten und so auf das Wunder des Lebens eine angemessene Antwort zu geben.

Und bei alldem ist er nicht allein, sondern ist Teil einer Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, deren Mitglieder ihr Verhältnis zueinander als Brüder und Schwestern bezeichnen und versuchen, diese Geschwisterlichkeit zu leben.

Herzliche Einladung zur Feier der Taufe und zur Erneuerung des eigenen Glaubens.

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Firmkurs in Puebla

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Te invitamos a prepararte para recibir el sacramento de confirmación. Si aprendes alemán y vives en Puebla puedes formar parte de un grupo juvenil que quiere saber más sobre Dios, la fe y la vida como cristiano.

Nos vamos a encontrar durante unos meses para preparar este paso bien importante en la vida de un católico: recibir el don del Espíritu Santo. Para iniciar esta etapa en tu vida tienes que inscribirte el día 29 de enero del 2017 en la Iglesia Santa Maria de la Esperanza en Las Ánimas en Puebla. La Santa Misa es a las 5 de la tarde.

Para cualquier pregunta, ponte en contacto con el P. Mathias Faustmann.

Parroquia de Nuestra Señora de la Esperanza

Circuito S. Juan Pablo II y Ciprés
La Providencia
72400 Puebla

Wallfahrt zur Jungfrau von Guadalupe

Zur jährlichen Wallfahrt zur Jungfrau von Guadalupe lädt der Erzbischof von Mexiko-Stadt  Norbert Kardinal Rivera Carrera die Gläubigen der Erzdiözese herzlich ein. Das Großereignis findet statt am Samstag, 14. Januar 2017. Für die Gemeindemitglieder aus der Pfarrei St. Johannes Paul II. und St. Thomas Morus beginnt der Tag mit der Abfahrt des Busses vor der Kirche, Av. Vito Alessio Robles 206, um 8 Uhr morgens.

Um einen Platz im Bus zu bekommen, ist es nötig, sich anzumelden, bei der Sekretärin Malena unter (55) 5554 6723, Mo-Fr 9-13 und 16-19 Uhr.

Wir als 6. Vikarie sollen zur besseren Erkennung etwas Blaues anziehen.

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Kardinal Meisner in Mexiko

Zu einem zehntägigen Pastoralbesuch hält sich Joachim Kardinal Meisner ab dem 21. Oktober 1996 in Mexiko auf. Anlaß für die Reise ist unter anderem die Ehrendoktorwürde, die die Päpstliche Universität Mexiko dem Kölner Erzbischof verleihen wird.
Bereits seit über 30 Jahren besteht eine enge Verbindung zwischen dem Erzbistum Köln und der deutschsprachigen Gemeinde in Mexiko-City, deren Pfarrer bislang immer Kölner Diözesanpriester waren und die seit ihrer Gründung gemeinsam mit der mexikanischen Stadtpfarrei in der Gemeinde Santo Tomas Moro angesiedelt ist. Hier wird Kardinal Meisner, der vom Leiter der Hauptabteilung Weltkirche im Generalvikariat, Prälat Herbert Michel, und seinem Sekretär, Kaplan Rainer Woelki, begleitet wird, mit dem Pfarrer der Deutschen Gemeinde, Monsignore Georg Aigner, zusammentreffen und sowohl Mitglieder der deutschen als auch der mexikanischen Gemeinde firmen. Das Erzbistum Köln hatte bei der Gründung der Gemeinde die Kirche und das Pfarrhaus gebaut. Schwerpunktmäßig widmet sich Pfarrer Aigner der katechetischen Arbeit in seiner Gemeinde, indem er zahlreiche Gruppen von Kindern und Jugendlichen betreut und die katechetische Schulung der Mütter übernommen hat.

Das Programm sieht außerdem Besuche der Heiligtümer in Chalma und Guadalupe vor sowie Treffen mit dem Vorsitzenden der mexikanischen Bischofskonferenz, Dr. Sergio Obeso Rivera, und dem Erzbischof von Mexiko-City, Dr. Norberto Rivera Carrera. Außerdem besucht die Delegation die mit Kölner Hilfe erbaute Colonia Martin Carrera, eine nach dem schweren Erdbeben von 1985 errichtete Wohnanlage, in der zahlreiche Erdbebenopfer ein neues Zuhause fanden. Ein Aufenthalt in der Kinderstadt Ciudad de los Niños führt Kardinal Meisner in die im Norden des Landes gelegene Stadt Durango. Die hier lebenden Waisenkinder, die sich selbst verwalten, erhalten ebenfalls seit über 25 Jahren finanzielle Unterstützung aus Köln. Den Abschluß der Pastoralreise bildet ein Besuch der Universität Anahuac, die von den Legionären Christi geführt wird.

Mexiko ist von Massenarmut und einer anhaltenden Wirtschaftskrise gezeichnet. Zudem
gilt es als ein Land mit einer alarmierenden Bevölkerungsentwicklung. Ein Fünftel seiner
bald 100 Millionen Einwohner lebt allein in Mexiko-City, der mit über 20 Millionen Menschen derzeit größten Stadt der Welt. In den vergangenen zehn Jahren hat das
Erzbistum Köln in Mexiko 93 Projekte mit rund 2,5 Mio Mark gefördert.

México – fiel al Papa

Der folgende Bericht stammt von dem Pfarrer der Katholischen Gemeinde deutscher Sprache in Mexiko und Dekan eines großen Stadtbezirks in Mexico City, Monsignore Wilhelm Havers, der seit etwa 25 Jahren in Mexiko als Seelsorger tätig und mit dem Lande und der Kirche des Landes durch pastorale und soziale Werke über seine über das ganze Land verstreute Gemeinde hinaus verbunden ist. Die von ihm aufgezeigten Aspekte sind eine wichtige Ergänzung mancher Kommentare einseitig „engagierter“ Gelegenheitsreporter. (Gerhard Fittkau)

cardenal-jose-salazar-lopez-ameca-jalisco-2Im August 1978 erschien in der katholischen Wochenzeitung Mexikos „Señal“ (Nr. 1212) eine Rede des Leiters der mexikanischen Bischofskonferenz, Kardinal José Salazar, die nicht geringes Aufsehen erregte. Er wies darauf hin, daß eine über das ganze Land verbreitete Gruppe von Priestern, Ordensleuten und Nonnen nicht nur die Vorbereitungsarbeiten für die „Puebla“-Konferenz zu sabotieren versuchte, sondern sogar in Verbindung mit einer international gesteuerten Opposition auf ein Schisma hinarbeitet, indem sie die Amtskirche als solche ablehnt. Eine neue Volkskirche soll unter dem Stichwort „Desvaticanización“ entstehen. Das Lehramt „der mit der herrschenden Klasse verbündeten Kirche“ wird zurückgewiesen. Verbindung mit Marxisten und ihrer Gesellschaftsanalyse wird als einzig richtiger Weg für die Befreiung Lateinamerikas propagiert.

Die Bedeutung des Papstbesuches für die Einheit der Kirche in Lateinamerika kann gar nicht unterschätzt werden. Eine jahrelange große Verunsicherung hatte nicht zuletzt durch die Zaghaftigkeit und Schweigsamkeit zuständiger Hirten um sich gegriffen.

Die unter Bischöfen, Welt- und Ordenspriestern sowie Nonnen weitverbreitete „theologische“ Zeitschrift der Jesuiten „Christus“ hat in den letzten Jahren laufend Artikel veröffentlicht, die fast das Gegenteil von dem behaupteten, was der Papst in seiner wegweisenden Ansprache zur Eröffnung der III. Lateinamerikanischen Bischofskonferenz am 28. 1. als die Wahrheit über Christus, die Kirche und den Menschen klarstellte. Unter der Leitung eines „antiautoritären“ Provinzials, dessen Amtszeit noch verlängert wurde, hat nach dem Konzil etwa ein Fünftel der Jesuiten in Mexiko die Gesellschaft verlassen und ein anderer Teil durch Aufteilung in kleine Wohngemeinschaften (Radikalisierung der Seelsorge und liturgische Willkür) der Kirche einen Schaden zugefügt, der sich noch nicht übersehen läßt.

Alberto Methol Ferre hat eine sehr aufschlußreiche Broschüre mit dem Titel „Puebla: Proceso y Tensiones“ — Secretariado del „Celam“ — Apdo. 5278 — Bogotá, D. F., Co- lombia, geschrieben, in der er mit Quellenmaterial nachweist, daß die Vorbereitungen der „Puebla“-Konferenz nicht nur systematisch von nichtkatholischen Institutionen und Presseorganen bekämpft und verleumdet wurden (z. B. CRIE Centro Regional de Informaciones Ecumenicas — Mexico), sondern auch von führenden Persönlichkeiten der CLAR (Confederación Latinoamericana de Religiosos), d. h. der Zentralstelle aller Ordensgemeinschaften in Lateinamerika.

In seiner wichtigsten Ansprache in Mexiko an die Bischöfe zitiert der Papst den Bischof Cyprian: „Niemand möge die Gläubigen irreführen, niemand die Wahrheit verfälschen. Der Episkopat ist einer …“ Tatsächlich hat sich bei den Diskussionen der Konferenz und der Abfassung des Schlußdokuments eine bewundernswerte Einheit ergeben, die, wie der Papst erwähnte, „von oben kommt“ und „die ihr alle mit Mut und Kraft in diesen Zeiten tiefer Umbrüche vorantreibt“!

Als eine kostbare Frucht der „Puebla“-Konferenz kann die Erkenntnis bezeichnet werden, die in Nr. 253 des Puebla-Dokuments mit folgenden Worten umschrieben wird:

„Für Lateinamerika hat schließlich die Stunde geschlagen, in der wir sowohl die Dienstleistungen unter unseren Ortskirchen verstärken müssen wie auch die Aufgabe, uns über die eigenen Grenzen hinaus „ad gentes“ (für die weltweite Mission) zur Verfügung zu stellen. Es ist wahr: Wir brauchen noch Missionshilfe. Aber wir müssen auch von unserer Armut mitteilen. Unsere Kirchen können immerhin allen etwas anbieten, was original und auch bedeutsam ist: die Besinnung auf die Notwendigkeit von Rettung und Befreiung, den Reichtum der Volksfrömmigkeit, die Erfahrungen der kirchlichen Basisgemeinschaften, das Aufblühen von dienender Bereitschaft, von Hoffnung und Glaubensfreude …“

Der Papst hat fast den dritten Teil seiner 25 Ansprachen den sozialen und familiären Problemen Lateinamerikas gewidmet. Damit hat er auch den Bischöfen für die Abfassung ihres „Puebla-Dokumentes“ eine wertvolle Hilfe geleistet, die von dem ganzen Episkopat dankbar angenommen wurde, wie aus den zahlreichen Zitaten dieser Ansprachen hervor- geht. Die wichtigsten Äußerungen — die von der Presse weltweit im Wortlaut zitiert wurden — sind in der Ansprache zur Eröffnung der Bischofskonferenz (28. 1.) enthalten. Es soll nur noch einmal auf die klare Unterscheidung hingewiesen werden, die Johannes Paul II. mit dem umstrittenen Begriff „Befreiung“ vollzogen hat.

Geschieden wurde das Wort in einer Präzision, die „Neu-Interpretationen“ von vornherein ausschließt, von jeder Gewaltanwendung und einer falschen Theologie.

Vereinigt wurde das Wort „Befreiung“ für die Gegenwart und Zukunft Lateinamerikas mit dem Aufschrei der Not in Medellin, ja mehr noch: mit dem Notschrei Christi selbst. Bei seinen Reden, bei seinen ununterbrochenen Kontakten mit den Mexikanern (im Durchschnitt 16 Stunden pro Tag) sieht der Papst besonders diejenigen vor sich, die in ihrem Leben das leidende Antlitz des Herrn widerspiegeln (LG 7). Ihnen will er nahe sein. Deshalb wird oft das offizielle Programm unterbrochen. Der segnende, liebevoll um-armende und tröstende Papst achtet nicht auf den offiziellen Zeitplan. Er nimmt gern die Verkürzung seiner ohnehin knappen Nachtruhe in Kauf, um sein Besuchsprogramm durchzuführen.

Vereinigt wurde das Wort „Befreiung“ mit der wahren biblischen Lehre über den Menschen als Ebenbild Gottes, vereinigt mit der Soziallehre der Kirche, „obgleich einige Zweifel und Mißtrauen ihr gegenüber zu säen suchen“, erneut vereinigt mit den wichtigsten Dokumenten des Konzils und der Päpste Johannes XXIII. und Paul VI ., der 14mal zitiert wird.

Andrerseits wird auch sehr deutlich gegen ein bisheriges Kernübel in Lateinamerika Stellung genommen, nämlich gegen den Götzendienst, der mit dem Reichtum getrieben wird, gegen den liberalen Kapitalismus mit seinem willkürlichen Eigentumsbegriff, gegen den Mißbrauch der oft in wenigen Händen konzentrierten Staatsmacht, die sich in den meisten Ländern Lateinamerikas gegen eine demokratische Öffnung und die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips in der Praxis gesperrt hat (Nr. 401-403). Gar nicht zu reden von Staatsverfassungen wie in Mexiko, die sogar die Verletzung der Menschenrechte offiziell in ihre Gesetzgebung eingebaut haben und wo eine kleine Gruppe atheistischer Freimaurer (etwa 1%) in Verbindung mit etwa 3% Kommunisten die Reform dieser antikirchlichen Gesetze bisher gegen den Volkswillen verhindert hat.

Dieser Papst, der sich selbst als die Stimme derer bezeichnet hat, die schweigen müssen, der sich eindeutig „gegen die Systeme stellt, die die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen oder durch den Staat erlauben“ (Santo Domingo), wird nicht schweigen und wird auch allen denen ins Gewissen reden, die in den Ortskirchen im Auftrag der Kirche reden müssen. Für die Millionen von Katholiken der Erzdiözese Mexiko wurde in den letzten 20 Jahren kein einziger Hirtenbrief verfaßt, der sich mit der Soziallehre der Kirche und ihren praktischen Konsequenzen für die Besitzenden befaßt hat. Diese Soziallehre wird jetzt in den Seminarien, bei Priesterfortbildungskursen, bei Einkehrtagen und Exerzitien verkündet werden und bis in den Beichtstuhl hinein ihre umwandelnde Kraft entfalten müssen.

Im Vierten Teil des „Puebla-Dokumentes“ heißt es in der Einleitung: „Die Armen und die Jugend sind die Hoffnung der Kirche von Lateinamerika, deshalb ist ihre Evangelisierung vorrangig.“ Es wird in diesem Abschnitt freimütig anerkannt, daß die Armen vernachlässigt wurden (Nr. 904).

Das Dokument zitiert die eindringlichen Worte des Papstes unter den 60 000 Armen des Vorstadtviertels „Santa Cecilia“ von Guadalajara: „Das Treffen mit euch Bewohnern des Gebietes ,Santa Cecilia` habe ich zutiefst herbeigesehnt, denn ich fühle mich mit euch solidarisch. Als Arme habt ihr ein Recht auf meine besondere Fürsorge, und ich sage euch auch den Grund. Der Papst liebt euch, weil ihr die Lieblinge Gottes seid …“ (II. Cor. 8, 9).

Die biblische Grundlage der Spiritualität „Evangelischer Armut“ wird herausgearbeitet unter Verwendung von zwei Begriffen, die als Schlüsselbegriffe des ganzen „Puebla-Do- kumentes“ bezeichnet werden können: „Comunicacion y Participación“, d. h. „Miteinander und Füreinander“ im Austausch der materiellen und geistlichen Gaben, nicht durch Zwang, sondern in der Liebe (des Hl. Geistes), damit der Überfluß der einen die Notlage der anderen lindere … (Nr. 915 unter Zitierung von 3 Kor 8, 1-15).

slide_346941_3664062_freeEs wird aber auch darauf hingewiesen, daß die ganze Kirche einen tiefgehenden Bekehrungsprozeß ihrer bisherigen Lebensweise in Angriff nehmen muß, wenn das Evangelium den Armen glaubhaft verkündigt werden soll (Nr. 922 und 923). Auf dieser Basis wird es auch dazu kommen, daß die ungerechten sozialen politischen und wirtschaftlichen Strukturen von innen aufgebrochen und gewandelt werden.

Für die Politiker war es eine Überraschung, welche Resonanz der Papst durch seine Gegenwart und seine Ansprachen bei der Jugend fand. Die Jugend in Mexiko ist skeptisch geworden. Sie läßt sich nicht mehr so leicht an den obligatorischen Festtagen des Staats- und Parteikultes manipulieren, an denen die „Plaza de la Constitución“ vor der Kathedrale von der seit über 40 Jahren an der Macht befindlichen Einheitspartei gefüllt werden muß. Diesen Platz hat man dem Papst für die liturgische Feier der hl. Messe verweigert, obwohl sich die Gläubigen spontan zu Zehntausenden drängten.

Auch die Jugend mußte er auf dem Gelände der Privatschule „Miguel Ángel“ treffen, das sich am Montag, dem 29. Januar, schon um 4 Uhr früh zu füllen begann. Als der Hl. Vater um 8.40 Uhr wegen der völlig verstopften Zufahrtstraßen von der nur 15 Minuten Fußweg entfernten Apostolischen Delegation aus mit einem Hubschrauber auf dem Schulhof landete, brandete ihm ein unbeschreiblicher Jubel der 65 000 Schüler und 5000 Lehrkräfte entgegen, die Einlaß gefunden hatten, während über 50 000 Kinder mit Eltern auf der Straße bleiben mußten. In seinen Gesten und Worten spürte die Jugend die natürliche Herzlichkeit und Menschlichkeit des Papstes, der wie ein väterlicher Freund zu ihnen sprach und mit ihnen sang, der aber auch als in Leid und Kampf gereifte Persönlichkeit an die Jugend Forderungen stellen konnte.

„Ihr, die Jugendlichen, stellt die Mehrheit der mexikanischen Bevölkerung dar, denn 50%, davon sind noch keine 20 Jahre alt. Im Laufe der Geschichte Mexikos haben die jugendlichen in den schwierigsten Augenblicken des Christentums ein heroisches, hochherziges Zeugnis abgelegt.“

Ohne Zweifel beziehen sich diese letzten Worte des Papstes auf die Märtyrer, die in dem blutigen Verfolgungskampf des Diktators Calles hingemetzelt wurden und die heute leider auch innerhalb der Kirche fast verges- sen sind. Neben 61 Priestern, die als Märtyrer starben, erwähnt das Buch „Ihr Blut schreit zum Himmel“ von Blanco Gil (1947) insgesamt 835 Laien — meist Jugendliche —, die für das Königtum Christi ihr Leben opferten. Gerade weil den Jugendlichen Leitbilder fehlen, hat die lautere Persönlichkeit des Papstes großen Eindruck hinterlassen.

Am letzten Morgen seines Aufenthaltes in Mexiko sprach der Papst zu den auf dem Vorplatz der Basilika versammelten 50 000 katholischen Studenten, von denen er die Förderung einer gesamtmenschlichen Kultur erwartet, die auf das wahre Wohl der Gesellschaft ausgerichtet sein muß. Die Katholische Universität muß aber auch Studenten formen, die bereit sind, vor der Welt für ihren Glauben Zeugnis abzulegen, die neben einem hervorragenden Wissen auch eine gründliche ethische und christliche Persönlichkeitsbildung erhalten, die zu einer harmonischen Synthese von Glaube und Verstand, Glaube und Kultur, Glaube und Leben gelangen.

„Schafft eine wahre Universitätsfamilie“, forderte schließlich der Papst, „die das Christentum tatkräftig praktiziert und sich in die große Familie der Kirche integriert, von deren Lehramt allein der Welt das wahre Bild über Christus, die Kirche selbst und den Menschen geschenkt wird“.

Um diese letzte Wahrheit geht es bei den jungen Menschen immer wieder, zumal in den Regierungsschulen und Universitäten ein sogenanntes laizistisches, in Wirklichkeit aber atheistisches Weltbild propagiert wird. Unter dem Präsidenten Mexikos Luis Echevarria (1970-1976) wurden systematisch kommunistische und atheistische Professoren in die Universitäten und Höheren Schulen eingeschleust oder bei der Anstellung bevorzugt. Der vom Staat für alle Schulen vorgeschriebene Einheitstext enthält kein Wort von Gott, von der Schöpfung, von den positiven Leistungen des Christentums. Dagegen werden kommunistische Diktatoren als die großen Helden der Weltgeschichte dargestellt. Erst als vor einigen Jahren massive Proteste der Eltern und der Kirche erfolgten, wurden die schlimmsten evolutionistisch-materialistischen Lehren in den Schulbüchern gemildert, aber nicht entfernt.

Es zeigt sich immer mehr, daß die Kirche die einzige Kraft Lateinamerikas ist, die zu einer integralen Befreiung aus der von vielerlei dunklen Mächten verursachten Korruption füh- ren kann.

Bei diesem Papst, der selbst aus der Verfolgung kommt, spürt die Jugend, daß er mit seiner ganzen Person hinter den Worten steht, die er spricht:

„Der Papst zählt auf euch, daß eure Konsequenz nicht Augenblickssache, sondern beständig und ausdauernd ist. Zur Kirche gehören, in der Kirche leben, Kirche sein, verlangt auch heute sehr viel. Manchmal kostet es eindeutige und direkte Verfolgung, manchmal auch Verachtung, Gleichgültigkeit oder Ausschluß aus der Gesellschaft. Schnell und oft taucht dann die Gefahr auf, furchtsam, müde und unsicher zu werden. Aber laßt euch von solchen Versuchungen nicht beirren.“ (26. 1. Kathedrale von Mexiko).

In einem Gebet, das Johannes Paul II. selbst zur Mutter Gottes von Guadalupe verfaßt hat, bringt er zu ihrer Gnadenstätte unter anderen Bitten eines der größten Anliegen der lateinamerikanischen Kirche und Jugend:

„… Jungfrau von Guadalupe, Mutter von Lateinamerika, wir flehen zu dir … Schau herab auf die unendliche Weite des Erntefeldes und hilf durch deine Fürsprache, daß der Herr im Volke Gottes Hunger nach Heiligkeit erwecke, daß er Priester und Ordensberufe schenken möge, reich an Zahl, stark im Glauben und eifrig in der Ausspendung der Gnadengaben Gottes“ (27. 1. Basilika).

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